D-Shape-Drucker
London, England

Die Anwendung von 3D-Druckverfahren

Bisher wurden die additiven Verfahren vor allem in der Entwicklung von Modellen und in einzelnen Projekten genutzt und erforscht. Enrico Dini, ein italienischer Unternehmer, produzierte z.B. mit seinem selbst entwickelten D-Shape-Drucker größere dreidimensionale Objekte aus Sand und Bindemittel. Allerdings gibt es noch Probleme mit den eingesetzten Materialien sowie den hohen Technikkosten. Dennoch, in vielen Branchen wie Architektur, Kunst und Design, aber auch in Raumfahrtorganisationen experimentieren entsprechende Spezialisten mit der Technik. Ziel dabei ist es vor allem, direkt an der Baustelle die einzelnen Bauteile zu produzieren und zu einem Gebäude zusammen zu setzten.

Achim Menges vom Institut für Computerbasiertes Entwerfen (CD) an der Uni Stuttgart ist davon überzeugt, dass der Häuserdruck völlig neue Möglichkeiten und kreative Denkweisen eröffnet. Mit 3D-Druck ist es möglich, eine wesentlich größere Formenvielfalt und komplexere Strukturen zu produzieren und dabei gleichzeitig Material einzusparen. „Mit dem 3D-Druck lassen sich potenziell Gebäude realisieren, die ein wesentlich höheres Maß der Adaption an Klima und Umwelt auszeichnet, als herkömmliche Fertigungsbauprozesse dies zulassen“, sagt Menges. „Wir können Bauteile drucken, die ganz ohne Elektronik und Mechanik funktionieren. Also Materialstrukturen, die ihre Form dem Klima vollkommen selbsttätig anpassen können.“ Allerdings gibt es vor allem in Deutschland aufgrund der strengen Vorschriften und Regularien noch keine Häuser aus dem Drucker. Neue Baustoffe müssen zugelassen werden, durch die hohen Standards sind die Prozesse mühsam und langwierig.