Pumpwerk Neukölln
Berlin, Deutschland

Das Gebäude wurde 1925/1926 als Erweiterung der 1893 entstandenen Pumpstation errichtet und 1993 stillgelegt. Lediglich ein alter Kessel als Relikt der Dampfantriebstechnologie blieb erhalten. 1989 wurde die alte Pumpstation unter Denkmalschutz gestellt. 13 lange Jahre blieb sie ungenutzt, bis die Künstler Michael Elmgreen und Ingar Dragset das Gebäude für sich entdeckten und es mit Unterstützung von Wenk und Wiese Architekten zu ihrem Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsraum machten.

Den beiden bildenden Künstlern war es besonders wichtig, den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu erhalten. Die wenigen Eingriffe veränderten es von einem Industriebau in ein modernes, eigenwilliges Gebäude und einen, den Bewohnern angepassten, Kunstraum.

Der zentrale Atelierraum und die Galerie entstanden im früheren Maschinenraum des Wasserwerks. Die hohe, vertikale Fensterstruktur gibt den Blick nach außen auf alte Walnussbäume frei. Der große, von dunklen Dachziegeln, weißen Wänden und dem neuen, schwarz lackierten Betonboden begrenzte Raum ist lichtdurchflutet. Mobile Plattformen, die über die Halle gezogen werden können, schaffen Arbeitsraum, ohne die Ausstellungsfläche für die meist dreidimensionalen Kunstwerke zu beeinträchtigen. Ein Konferenzraum ist an den Arbeitsbereich angeschlossen. In den oberen Etagen wurde eine tragende Wand entfernt und durch neue Betonpfeiler ersetzt, die sich in die bestehende Struktur einpassen. So entstanden große Räume für den Wohnbereich der Künstler. Durch die Verstärkung des Bodens kann auch das Dachgeschoss genutzt werden. Mit der bestehenden Stahlkonstruktion sowie neuen, an der tragenden Wand befestigten Trassen ist ein langer hoher Raum entstanden, der vom Norden bis zum südlichen Ende des Daches reicht. Ein großes Dachfenster, das vertikal zur Seite geöffnet werden kann, macht aus der Lounge eine attraktive, innen liegende Dachterrasse.